Humanpharmakologie

Umfeld der Humanpharmakologie

Kosten und Effizienz der Arzneimittelforschung bewegen sich auf einem kritischen Pfad. Die Einflussgrößen sind u.a. die hohen Entwicklungsaufwendungen, die Komplexität der angesteuerten Krankheitsbilder, die inter-nationalen behördlichen Anforderungen, die gesellschaftlichen Erwartungen und die angespannte Finanzsituation der Gesundheitssysteme. Der humanpharmakologische Arbeitsbereich steht inmitten des Spannungsfeldes der erforderlichen Veränderungen in Arzneimittelforschung und -entwicklung.

Aufgaben der Humanpharmakologie

Humanpharmakologie ist ein Teil der Klinischen Pharmakologie in der Arzneimittelforschung. Sie hat einen Schwerpunkt am Übergang zwischen Wirkstoff-Findung und -Anwendung im Rahmen der klinischen Entwicklung (sog. „translational medicine").

Die Aufgaben umfassen unter anderem die Interpretation präklinischer Ergebnisse, frühe klinische Untersuchungen zu Bioverfügbarkeit, Pharmakokinetik und Metabolismus, Entwicklung und Validierung von Biomarkern, Untersuchungen zu Enzymhemmung und -induktion oder Validierung und Etablierung anderer innovativer Methoden.

Die Erstanwendung inklusive pharmakodynamischer Untersuchungen und z.B. PK/PD Modellierung führen zum Proof-of-Concept, der die klinische Entwicklung im engeren Sinne einleitet. Im weiteren Verlauf befasst sich die Humanpharmakologie z.B. mit dezidierten Untersuchungen zur Qualität der pharmazeutischen Formulierungen (Bioequivalenz) oder mit Fragestellungen zur Interaktion von Arzneimitteln.

Anwendungsbezogenes Arbeiten und pragmatische Problemlösungen charakterisieren die humanpharmakologische Tätigkeit. Die Ergebnisse dienen der Einschätzung, ob der Wirkstoff zum Arzneimittel entwickelt werden kann sowie der Planung von Therapieschemata.